Ein Schmuckstück der Altmark -
 die Dorfkirche zu Vollenschier

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Fenster der Vollenschierer KircheSie gilt als eine der schönsten Kirchen in der Altmark und ist gleichzeitig eine der unbekanntesten. Die neugotische Kirche wurde in den Jahren 1875-1878 nach den Plänen von Baurat Conrad Wilhelm Hase aus Hannover errichtet. Sie ist ein eigentümlich stimmungsvoll romantisch wirkender Bau - reich an gotischen Formen, die unländlich und völlig untypisch für die Altmark sind.

Der Grundriss ist kreuzförmig mit Anbauten, bestehend aus Turm, Querschiff, Mittelschiff und Aspis. Die Aspis ist innen zum Mittelschiff erhöht und mit polygonalem Schluss. Die Fenster sind gross und spitzbögig mit Rosetten und Backsteingewänden. Spitze Ziergiebel, umlaufende Friese, reiches Strebewerk und kleine Anbauten schmücken die Kirche von aussen. Die Dächer sind mit Schiefer eingedeckt.

Kreuz bei der Kirche zu VollenschierIm Innern der Kirche zieren die Fresken und Schnitzer eien den alten Pfarrstuhl und die Kanzel. Nach italienischem Vorbild ist eine Sandsteintraufe gefertigt. Die Taufschüssel wird auf vier Säulen mit gotischem Knospenkapitell getragen - Löwen ruhen und wachend liegend. 1992 wurde die Kirche zum Denkmal erklärt.


 

Historisches zum Dorf Vollenschier
Die Gemeinde war Kirchdorf und Rittergut mit Kröpelwarte. Der Name "Volenschere, Volmerschere, Volensher" ist deutsch und wurde 1251 erstmals urkundlich erwähnt.

Der Ort war Stammsitz der Familie derer von Vollenschier, einer rittermässigen Familie, die sich bald von hier verlor und erst 1626 ausstarb.
1391 war das Dorf wüst, und seine Feldmark wurde nach und nach von den Bürgern der Dörfer Staats und Börgitz wieder bebaut. Zum Schutz gegen feindliche Überfälle wurde 1409 die Kröpelwarte errichtet und der Schanzenwall verstärkt. In Vollenschier ist noch ein kleiner Teil des Walls erhalten, der sich einst von Klinke bis Ottersburg hinzog. 1834 wurde die Warte abgebrochen.

Grabstein bei der Kirche zu VollenschierIm Jahre 1484 erhielt Gebhard von Alvensleben Vollschier zu Lehen und errichtete ein Vorwerk und später ein Gut. Dieses Gut hatte bereits viele Besitzer und erst in neuerer Zeit, im Zeitraum von 1854 bis 1907, als die Geschwister von Kröcher Besitzer waren, erholte sich das Gut und das Dorf. In dieser Zeit wurde das Schloss, die Kirche und auch die Schule gebaut. Die Steine für diese Bauten und für die Häuser stammten aus der um 1870 erbauten heimatlichen Ziegelei. Den Bau des neuen Gutshauses leitete Baurat Conrad Wilhelm Hase aus Hannover. Die Ideen zu dem neugotischen Backsteinbau, der innen klassizistische Proportionen aufweist, kamen von August von Kröcher.

 

Kirche zu Vollenschier
Kirche zu Vollenschier
Torwappen an der Kirche zu Vollenschier

 

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