Henri Beyle - Frederic de Stendhal
und Stendal / Altmark
 von Dr. phil. Gerhard Richter

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Unter den französischen Schriftstellern des 19. Jahrhunderts ragt Marie Henri Beyle hervor. Besonders bekannt geworden und im Gedächtnis auch unserer Zeit ist er unter dem Namen "Stendhal". Das eingeschobene "h" entspricht französisierender Schreibweise und erlaubt keinen Zweifel darüber, dass sich Henri Beyle nach der altmärkischen Stadt Stendal benannt hat.

Seine bis in unsere Tage am meisten gelesenen und z. T. verfilmten Bücher sind: "Le Rouge et le Noir" (Rot und Schwarz), Le Chartreuse de Parme" (Die Kartause von Parma), De l'Amour." (Über die Liebe), auch: "Lettres sur Haydn" (Briefe über Haydn), "Racine et Shakespeare", "Vie de Rossini" (Leben Rossinis) und seine "Histoire de la peinture en Italie" (Geschichte der Malerei in Italien).

Die erfolgreichsten sind mit dem Namen Stendhal in das Bewusstsein eingegangen.

Noch einem Hinweis aus dem Jahre 19141) soll Waille in der "Revue archéologique", IIIe série, tome XIII (3. Serie, 13. Band) im Jahre 1889 zum ersten Mal die Vermutung ausgesprochen haben, dass Henri Beyle sein Pseudonym (Künstlername) wohl zu Ehren des Stendaler Schustersohnes Johann Joachim Winckelmann gewählt habe und dies besonders in seinem Führer durch die Kunstschätze Roms, in seinen "Promenades dans Rome" (Spaziergänge durch Rom) habe erkennbar werden lassen. 1)

Seitdem ist diese vermutete Legende, Henri Beyle habe sich aus Verehrung für Winckelmann "Stendhal" genannt, zum festen Bestandteil von Glauben und Behaupten geworden, und es vergeht fast kein Monat, in dem nicht deswegen angefragt wird. In mündlichen und schriftlichen Antworten bin ich auf diesbezügliche Fragen wiederholt eingegangen, bisher, leider, ohne Erfolg, weil diese Vermutung und (wahrscheinlich) Legende auch in alle gedruckten Kunst-, Literatur- und Kulturgeschichten eingegangen ist und dadurch immer wieder neue Frager hervorbringt.

Deshalb sei hier im Zusammenhang einmal ausführlich darauf eingegangen.

Vom Lebenslauf Henri Beyles ist kurz zu berichten, dass er am 23. Januar 1783 in Grenoble*) geboren wurde und als kaiserlich-napoleonischer Beamter die Feldzüge in Deutschland mitmachte, nachdem er als Reiterleutnant während Napoleons 1. zweitem italienischen Feldzug bereits das Land seines Schicksals kennen gelernt hatte. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Paris trat er durch die Förderung seines Onkels Daru zum zweiten Male in das Heer Napoleons 1. ein, als man zum Feldzug gegen Preußen schritt. Er wurde Intendantur-Adjunkt und war von Mitte Dezember 1806 an in Braunschweig tätig. Stendal gehörte, weil zum "Königreich Westfalen" geschlagen, zu seinem Amtsbereich. » weiter

*) In Grenoble erscheint bis in unsere Tage eine Zeitschrift: Stendhal-Club.

Henri Beyle - Frederic de Stendhal
Stendhal

 

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