Das Stendaler Stadtwappen

« zurück |

 

 

Gespalten in Silber, vorn am Spalt ein roter Adler mit goldener Bewehrung, hinten ein Vierpass von gespaltenen grünen Rauten.

Das älteste Stadtsiegel von Stendal, schon 1263 nachweisbar, zeigt eine gezinnte runde Stadtmauer mit offenem Tor, überragt von sechs Türmen, darüber der brandenburgische rote Adler.

Das Sekretsiegel des Rates aus dem 14. Jahrhundert zeigt nur den Adler, in jeder Kralle einen rautenförmigen Körper haltend.

Das jetzige Stadtwappen erscheint überwiegend seit dem 16. Jahrhundert, zuerst mit Beginn des 15. Jahrhunderts auf den Stendaler Brakteaten, die unter dem ersten Hohenzollern Friedrich I. herausgegeben wurden.

Über die Bedeutung der vier Rauten, die einmal als Steine, dann als Gerstenkörner und schließlich als Smaragde bezeichnet wurden, besteht keine Klarheit. 1)


   Verschienene Darstellungen des Stadtwappens 2)

  • Die älteste Darstellung findet sich in der Marienkirche über der Chorschranke (farblich das ursprüngliche Wappen).
  • In der Schnitzwand von 1462 im Rathaus ist das an den vier Ecken ausgezackte Quadrat nicht mehr vorhanden.
  • Am Orgelprospekt der Marienkirche ist das Wappen mit vier goldenen Rauten auf blauem Grund dargestellt. (Diese Veränderung der Tinkturen hat sich nicht durchgesetzt.)
  • Das Stadtwappen auf der Kornmarktseite zeigt bis heute die Tingierung in den ursprünglichen Farben.
  • In den Glasfenstern des 14. Jahrhunderts der Jakobikirche ist im Stadtwappen ein halber brandenburgischer Adler im weißen Feld und gelbe Steine auf getönten Feld dargestellt.
  • Im südlichen Fenster des Sitzungssaales des Rathauses (18./ 19. Jahrhundert) ist ein halber brandenburgischer Adler auf orange und gelbe Steine auf grau im Stadtwappen zu sehen.


Im 16. Jahrhundert änderten sich die Tinkturen, die vier Rauten wurden jetzt in Gold (gelb) statt Grün dargestellt, was heraldisch falsch ist, da Metall nicht auf Metall liegen darf, sondern jeweils auf Farbe oder umgekehrt.

Pfarrer Entzelt 3) aus Osterburg schrieb 1579 in seinen altmärkischen Chroniken, bezogen auf das Jahr 928: "Stendal gab er (der Kaiser) einen roten Arndt (Adler) stehende auf 2 grünen, smaragden Stein, welches Wappen danach verändert in den halben Arndt mit 4 Gerstenkörnern. "

Prof. Dr. Kupka schrieb 1929 über das Wappen: "Wenn also die 4 Steine Gerstenkörner oder Diamanten der linken Schildseite gelb, d.h. golden sind, dürfen sie richtig nur auf blau, grün oder schwarz liegen. Für unseren teil kommt nur rot in Frage, wie der Künstler, der das an der Rolandstatue befindliche Stadtwappen bemalt hat, auch richtig empfand. Es wäre gut, wenn die Behörde diese Stilwidrigkeit überall, auch in den Fahnen beseitigen ließe." (Die Stadt folgte diesem Vorschlag nicht, man kehrte zur ursprünglichen Tingierung zurück.)

Bekman 4) war der Meinung: "das ganz klar Gerstenkörner gemeint sind. Seiner Auffassung nach wären, (hätten es Steine sein sollen) solche nicht so gekünstelt und unter mathematischer Abmessung stehende Rauten sonder Feldsteine gewesen sein müssen, die auch nicht gelb sonder von anderer Farbe wären. " (Also soll die Gerste und ihre Verarbeitung zu Malz für die Bierbrauerei Anstoß zur Erfindung des Wappen gewesen sein.)
 

1) Prospekt: Bürgerinformation, Stadt Stendal
2) Stadtinformation Stendal
3) Pfarrer Christoph Entzelt aus Osterburg war der erste Geschichtsschreiber der Altmark.
   Im Jahre 1579 erschien seine Chronik "Chronicon der Alten Marck".
4) Historische Beschreibung der Chur und Mark Brandenburg, 1753

Weitere Literaturhinweise:
Die Wappen und Siegel der Städte, Flecken und Dörfer
der Altmark und Prignitz, Winkel, Ausgabe 1894

Stendaler Stadtwappen

 

 

« zurück |

 

 

 

Hinweis: Alle Bilder und Texte sind urheberrechtlich geschützt. ©Richter | Sitemap
Für weiterführende Links sind ausschliesslich deren Betreiber verantwortlich.