Mönchskloster und -kirche von Salzwedel

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Am Rande der Altstadt errichteten die Franziskaner in der Mitte des 13. Jahrhunderts eine Kirche mit angrenzendem Kloster. Der Orden der Franziskaner entstand durch eine im Jahre 1210 vom hl. Franz von Assisi gegründete Brüderschaft, deren Anhänger um 1220 nach Deutschland kamen und rasch Verbreitung fanden. Bereits gegen Ende des 13. Jahrhunderts gab es in Deutschland über 200 Konvente.

Die Ausbreitung des Ordens fiel mit dem Prozess der Städtegründungen in Deutschland zusammen (Salzwedel erhielt 1247 mit der neu gegründeten Neustadt das Stadtrecht). Die predigenden, lehrenden und seelsorgerischen Tätigkeiten der Franziskaner, die anders als die bisher bekannten Orden nicht die Weltabgeschiedenheit suchten, kamen den Städten entgegen und gehörten so schnell zum Bild manch aufstrebender Städte.
(Siehe hierzu im Vergleich » die altmärkischen Frauenklöster auf dem Lande.)

Den Franziskanern war zur Ausübung ihrer pastoralen Tätigkeiten sehr an einem großen Versammlungsraum gelegen und so kam es, dass schon ihre erste Kirche relativ groß war. Im 15. Jahrhundert wurde sie dann mit dem Anbau eines Chores und eines weiteren Langschiffes vergrößert und erhielt so ihr heutiges Aussehen. Nach der Reformation wurde in den Klostergebäuden eine Lateinschule untergebracht und in den Jahren 1575 bis 1581 erfolgte, durch großzügige Stiftungen, der Einbau der evangelischen Ausstattung in der "Mönchskirche".

WeinbergaltarDas wohl bekannteste Schmuckstück der Kirche der "Weinbergaltar" von Lucas Cranach d. J., der heute im Johann-Friedrich-Danneil-Museum bestaunt werden kann, stammt aus dem Jahr 1852. Er spiegelt, in Anlehnung an das biblische Gleichnis über die Arbeit im Weinberg des Herrn, eindrucksvoll die Auseinander- setzung mit der Reformation wider.

Im 19. Jahrhundert wurde dann das ehemalige Klostergebäude als Gymnasium und seit 1895 (und noch bis heute) als Rathaus genutzt. Von dem ältesten Teil aus dem Ende des 13. Jahrhunderts blieb jedoch lediglich an seiner Hofseite ein stück Kreuzgang erhalten. Die "Mönchskirche" selbst diente bis 1920 auch als Garnisionskirche. Seit 1964 wird sie nicht mehr gottesdienstlich genutzt. Heute wird die Kirche als Konzert- und Ausstellungshalle genutzt.

Die Ausstattung der Mönchskirche:

 - Der "Weinbergaltar" von Lucas Cranach d. J. von 1852
   (heute im Johann-Friedrich-Danneil-Museum)
 - Das geschnitzte Gestühl kurz nach 1500
 - Die Orgelempore der Spätrenaissance von 1579/81
 - Eine Kanzel aus dem Jahre 1581
 - Der Grabstein der Anna von Schulenburg aus dem Jahre 1575


Und wer einmal erfahren möchte, wie das Leben in einer Bruderschaft auch heute wieder in der Altmark praktiziert wird, der sollte auf jeden Fall das Kloster Dambeck besuchen, denn in dem einstigen Kloster leben und arbeiten heute die Brüder der "Evangelisch Benediktinischen Joseph – Bruderschaft", die interessierte Gäste jederzeit herzlichst willkommen heißen. » Stiftung Kloster Dambeck - das lebendige Kloster in der Altmark.


Am Rande: Wer von Ihnen weiß denn, was ein Lettner ist?

a) Lettner ist eine Bezeichnung, die der altmärkisch plattdeutschen Mundart
   entsprungen ist und die Person bezeichnet, die einst die Glocken läuten musste.
b) Lettner ist eine Bezeichnung, für die Abgrenzung zwischen Gemeinde- und
   Altarraum.
c) Lettner ist eine Bezeichnung für die geschnitzten Schriftzeichen auf dem Lesepult
   des Pastors.

   (Na, ich weiß es und wer nicht selbst drauf kommt, darf mich gerne fragen.)

Veranstaltungen, Konzerte oder Ausstellungen können Sie unseren Veranstaltungsseiten entnehmen oder der Internetseite des Kultour-Betriebes Salzwedel » www.kultour-saw.de

Mönchskirche

 

An der Mönchskirche

 

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