Das Kloster Krevese

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as Benediktinerinnenkloster Krevese war der Mutter Gottes und dem heiligen Quirinus geweiht. Über seine Geschichte im Mittelalter ist leider nur wenig bekannt, da das Archiv und dessen Copialbuch nach der Säkularisierung im Jahre 1540 spurlos verschwunden sind. Eine Urkunde, die erst im Jahre 1932 im Archiv des Rittergutes der Bismarcks in Briest wiedergefunden wurde, gibt uns Auskunft über die Gründung des Klosters:

"Über die Zeit der Gründung dieses Klosters bestanden bisher nur Vermutungen, die meist auf sagenhaften Überlieferungen, den nicht immer zuverlässigen Aufzeichnungen älterer Chronisten, namentlich den Angaben des bekannten Historikers Entzelt* beruhten. Nun ist es aber vor kurzem gelungen, im Archiv des Rittergutes Briest eine Anzahl von Urkunden aufzufinden, welche manche Auskunft über das Kloster Crevese in den ersten Jahrhunderten seines Bestehens geben und deren älteste aus dem Jahre 1200 stammend, Zeugnis davon ablegt, daß das Kloster in diesem Jahre oder kurz vorher gegründet sein muß.

Diese Urkunde, auf Pergament in schöner Handschrift niedergeschrieben, ist von dem Bischof Gardolf von Halberstadt ausgestellt. Sie erwähnt als besonders wichtiges und bisher noch unbekanntes Ereignis, dass Graf Albrecht von Osterburg im Hain der seligen Maria, also augenscheinlich an einer bisher noch unbebauten Stätte, eine Kirche erbaut (gepflanzt) und sie mit 40 Hufen** Landes ausgestattet habe. An der Echtheit dieser Urkunde kann kein Zweifel bestehen, wenn auch leider das Siegel bis auf die Reste der rotgoldenen Seidenschnur entfernt ist. Die Handschrift, die Namen der zahlreichen, aufgeführten Zeugen, darunter auch der des Nachfolgers des Bischof Gardolf, des damaligen Dompropsts Conrad, aus dem Geschlecht von Krosigk, die genaue Zeitbestimmung nach Jahreszahl, Indiktion, Regierungszeit des Papstes Innozenz III. und des Bischofs Gardolf sind Beweise für ihre Echtheit. Wie ein Witz aus uralter Zeit mutet es an, daß ein Klosterschreiber auf die Rückseite des Pergaments, in welchem das Dorf Ziegenhagen erwähnt ist, einen Ziegenkopf gezeichnet hat. Der Wortlaut der Urkunde ist in ziemlich getreuer Übersetzung folgender: »mehr

Einige Jahre nach der Säkularisation, im Jahr 1562, erhielten die von Bismarcks im Tauschvertrag mit dem Kurfürsten Joachim II. das ehemalige Kloster und Dorf Krevese nebst den Dörfern Dequede, Polkau, Schönhausen und Fischbeck gegen Abtretung des Schlosses und Flecken Burgstall, mit der Maßgabe die noch lebenden Nonnen zu versorgen. Um 1600 verstarb die letzte Nonne.

Kloster KreveseVon den einst bescheidenen Klosterbauten ist heute nur noch die Klosterkirche St. Marienthal erhalten, die reizvoll den Übergang von der Feld- zur Backsteinbauweise zeigt. Die spätromanische Kirche zeigt sich heute in ihrem Innern in einer interessanten bäuerlich-barocken Ausstattung. Sie enthält auch ein lebensgroßes Standbild von Abraham von Bismarck, der 1578 von Daniel v. Redern (aus Krumke) meuchlings erschossen wurde und unter anderem ist hier der Stammvater Friedrich aller noch lebenden Bismarcks begraben.

Ein wahres musikalisches Kleinod ist die im Jahre 1721 gestiftete und gut erhaltene Gansen-Orgel. Empfehlenswert ist der Besuch eines Konzertes im Rahmen des "Kreveser Orgelsommers", die Sie gegebenenfalls auf unseren Veranstaltungsseiten finden können.

Zu den spektakulärsten Ereignissen in der Geschichte des Klosters gehört der sagenumwobene Brand von 1268, bei dem die unglücklich verliebte Jungfrau Emma ums Leben kam (die sogenannte Emma-Sage).

Weitere Informationen zum Ort Krevese finden Sie unter » www.osterburg.de.


    Sehenswertes in der näheren Umgebung:

     » Das Schloss und Schlosspark Krumke – 3 km
     » Die Hansestadt Osterburg - 7 km
     » Das Altmark Museum in Gladigau - 14 km
     » Die Hansestadt Seehausen - 21 km
     » Das Kloster Arendsee - 22 km
     » Die Hansestadt Stendal - 30 km
     

*) Pfarrer Christoph Entzelt aus Osterburg war der erste Geschichtsschreiber der Altmark. Im Jahre 1579 erschien seine Chronik "Chronicon der Alten Marck".
**) Eine Hufe ist die norddeutsche Bezeichnung für die Hube und entspricht etwa 15 bis 20 Hektar. Als eine Hube (auch Hufe oder Lahn) wurde seit dem Frühmittelalter ein Bauerngut oder Gehöft mit ausreichenden Acker- und Weideflächen bezeichnet, die eine Familie bearbeiten und von der sie sich ernähren konnte.

Kloster Krevese

 

    Kloster Diesdorf
    Kloster Neuendorf
    Kloster Dambeck
    Kloster Arendsee
    Kloster Krevese

     

 

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