Das Kloster Diesdorf

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as rund 20 km von Salzwedel gelegene Augustinerinnenkloster Diesdorf,
 wurde im Jahre 1161 durch eine Stiftung des Grafen Hermann von
 Warpke-Lüchow gegründet. In dem besonders zu Missionszwecken für die Altmark und die angrenzende Grafschaft Lüchow, dessen Gebiete fast ganz von heidnischen Wenden bevölkert waren, gegründete Kloster war anfangs neben dem Frauenkonvent auch ein Mannskonvent eingesetzt, dass für Missionsaufgaben eher geeignet war. Dieser Mannskonvent wurde aber um 1300 aufgelöst, um die bei Bestehen zweier Konvente beiderlei Geschlechts an einem Ort sich ergebenen Unschicklichkeiten abzustellen.

Im Verlauf seiner Geschichte konnte das Kloster Diesdorf im Vergleich zu den anderen Frauenklöstern den meisten Besitz erwerben und hatte sich um 1500 mit insgesamt 38 Dörfern und Hebungen in 18 Orten zu einem der größten Grundbesitzer entwickelt.

Nach der lutherischen Reformation im Jahre 1538 und der Säkularisierung (Verstaatlichung) im Jahre 1551 wurde das Kloster in ein weltliches Damenstift umgewandelt, mit einer Domina (Priorin) an der Spitze und sieben adligen und sechs bürgerlichen Stiftsdamen.

Im Jahre 1584 wurde ein landesherrliches Amt des brandenburgischen Staates eingerichtet, das die Verwaltung der Klostergüter übernahm. Das nunmehrige Amt Diesdorf zählte zu den größten der Altmark.

Von dem beschaulichen Dasein des Damenstiftes, welches seinen Unterhalt vom Amt Diesdorf empfing, berichtet ein Vortag von G. Liebe aus dem Jahre 1910 » mehr

Das Damenstift wurde im Jahre 1810 aufgelöst.

Heute können Sie von den Klosteranlagen noch die Klosterkirche St. Maria und Crucis besichtigen, die zu den ältesten Backsteinkirchen im romanischen Stil in der Altmark zählt und die als erste ein im gebundenen System ausgebildetes Gewölbesystem (Kreuzgratgewölbe) erhielt. Interessant ist der gelungene Kontrast der weiss verputzten Friese und Wände gegen den roten Backstein, die auffällige Triumphkreuzgruppe im Chorraum aus dem 15. Jahrhundert und das ungewöhnlichste Ausstellungsstück, das Heilige Grab, ein Holzschrein mit einer Figur eines Schmerzenmannes.

Weitere interessante Informationen zur Baugeschichte des Klosters und der Ortschaft Können Sie unter » www.diesdorf.de oder bei Peter Seyfried "Die Klostergeschichte zu Diesdorf " (1998, DKV-Kunstführer Nr. 463) nachlesen.

Anmeldungen für Führungen
beim evangelischen Pfarramt Diesdorf unter: 03902-327 oder 03932-939640.
 

Literaturquellen:
1) 25. Jahresbericht des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte und Industrie zu Salzwedel. Magdeburg, 1898. "Die altmärkischen Frauenklöster auf dem Lande."
Vom Geheimen Archivrath v. Mülverstedt in Magdeburg.
2) 37. Jahresbericht des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte zu Salzwedel. Magdeburg. 1910. "Das Klosteramt Diesdorf nach der Säkularisation 1551."
Ein Vortrag von G. Liebe.
Foto: aus Peter Seyfried "Die Klostergeschichte zu Diesdorf " (1998, DKV-Kunstführer 463)

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