Die altmärkischen Frauenklöster

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ie altmärkischen Frauenklöster waren schlichte Klöster, keine Mystikerinnen
 wie z.B. Mechthild von Magdeburg sind je aus ihnen entsprossen und noch
 weniger griffen sie in die hohe Politik ein. Die Nonnen entstammten fast ausschließlich den adeligen Familien der Altmark und wollten oder sollten "nur dem Herrn dienen" und ein Leben nach den Ordensregeln des heiligen Benedict führen: "Ora et labora" (bete und arbeite).

"Die Klostergründungen hatten anfänglich den Zweck, einestheils Stätten für die Uebung beständigen geistlichen gottesdienstlichen Lebens, verbunden mit mehr oder minder strenger Askese und Verachtung alles Weltlichen, aber mit dem Betreiben nützlicher häuslicher Thätigkeit, sowie mit der Ausübung von Werken christlicher Liebe und Barmherzigkeit, andererseits Sitze und Seminare für die Heidenmission zu sein. ...

Ueberblicken wir die Reihe der altmärkischen Klosterstiftungen, so finden wir - doch etwas auffälliger Weise - die Jungfrauen-Klöster in verhältnismäßig großer Zahl und am häufigsten ins Leben gerufen. Es sind dies die Klöster zu Arendsee, Crevese, Dambeck, Diesdorf, Neuendorf, St. Annen in Salzwedel und St. Katharinen in Stendal. Jedenfalls waren dies die bedeutendsten, reichsten und angesehensten Klosterstiftungen." 1)

In rund 200 Jahren, verstanden sie es vorwiegend allein durch Stiftungen, die oft zum Ausgleich von Sünden verstanden wurden, von frommen Fürsten, Adeligen und Bürgern einen ungewöhnlich ausgedehnten Grundbesitz zu erwerben und zu verwalten - "So haben die Klöster während der ersten Jahrhunderte des Mittelalters außer für das religiöse Leben auch für die Kultur des Landes hohe Bedeutung gehabt. Bei ihrem ausgedehnten Grundbesitz stellten sie Musterwirtschaften dar und waren mit ihren weiten Verbindungen besonders auf Wein- und Obstbau von großem Einfluß durch Einführung feiner Sorten. Auch auf sozialem Gebiet, das der Staat erst spät in Angriff nahm, haben sie segensreich gewirkt, so in der Kranken- und Armenpflege. Ihre Einwirkung mußte um so bedeutsamer sein, je niedriger die Kultur ihrer Umgebung war, besonders in den östlichen Grenzmarken, wo Christianisierung und Germanisierung Hand in Hand ging. War doch bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts die Elbe die Ostgrenze des deutschen Reiches; dann erst begründeten Schwert und Pflug deutsche Herrschaft im Osten. Aber noch Jahrhunderte blieb der unterworfene Stamm der Wenden auch noch westlich der Elbe seßhaft, zumal in verkehrsärmeren Gegenden, wo er fortgesetzt eine niedere Kulturstufe darstellte, den Zweigen der Urproduktion, Fischerei und Bienenzucht zugewandt. " 2)

Kloster NeuendorfLeider geben die noch vorhandenen Archive und Urkunden der Klöster, die meist nur Angaben zu den Würdenträgern, den Konventualinnen, den Stiftern, den Pfändern oder getätigter Naturaliengeschäfte enthielten, nur wenig Auskunft über das tägliche Leben der mittelalterlichen Klosterfrauen innerhalb der Klostermauern. Aber noch heute haben Sie die Möglichkeit auf den Spuren der einstigen Frauenklöster zu wandeln, um vielleicht die Geschichte des einstigen Klosterlebens zu erforschen, die Schönheiten der mittelalterlichen Baukunst neu zu entdecken oder einfach, weit weg vom alltäglichen Stress, Augenblicke innerer Ruhe zu erleben.

Ein ganz besonderes Erlebnis kann Ihnen dabei bei dem Besuch des Kloster Dambeck zuteil werden, denn in dem einstigen Kloster leben und arbeiten heute die Brüder der "Evangelisch Benediktinischen Joseph – Bruderschaft", die interessierte Gäste jederzeit herzlichst willkommen heißen. » Stiftung Kloster Dambeck - das lebendige Kloster in der Altmark.
 

Kloster Diesdorfas Kloster Diesdorf
 Das rund 20 km von Salzwedel gelegene Kloster Diesdorf, wurde im Jahre 1161 durch eine Stiftung des Grafen Hermann von Warpke-Lychow gegründet. In dem besonders zu Missionszwecken für die Altmark und die angrenzende Grafschaft Lychow, dessen Gebiete fast ganz von heidnischen Wenden bevölkert waren, gegründete Augustiner-Chorherren und -Nonnenkloster war anfangs neben dem Frauenkonvent auch ein Mannskonvent eingesetzt, ... » mehr

Kloster Neuendorfas Zisterzienserkloster Neuendorf
 Vermutet wird, dass der Gründer des Kloster Neuendorfs in der Familie der Edlen von Gardelegen, dabei vielleicht in dem Burgherren Erich von Gardelegen zu sehen ist. Es hat die Stelle für die Klosterbauten und eine Geldsumme, aus der die ersten Anlagen bestritten wurden, gestiftet. Als stärkster Beweis kann hier angeführt werden: "Erichs Gattin Adelheid, vielleicht sogar er selbst, ist im Kloster bestattet worden; an sie erinnert ein merkwürdiger Stein, der sich heute in der Klosterkirche befindet." » mehr

Kloster Dambeckas Kloster Dambeck
 Fünf Kilometer südlich von Salzwedel liegt am Ufer der Jeetze das ehemalige Schulamt Dambeck (heute Amt Dambeck), das aus dem alten Klostergut hervorgegangen ist. Das Kloster wurde im Jahre 1224 vom Grafen von Dannenberg gestiftet und war der Hl. Maria und der Hl. Kunigunde geweiht. Heute befindet sich hier das einzige wieder lebendige Kloster in der Altmark. » mehr

 

Kloster Arendseeas Kloster Arendsee
 Dr. Gerhard Richter (1961)
Im Jahre 1184, um die Zeit, als Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa, noch lebte, stiftete Markgraf Otto I. von Brandenburg das Kloster Arendsee. Otto I. war der Sohn des Markgrafen Albrecht (genannt der Bär) aus dem Hause der Askanier (Ballenstädter). Es war im Mittelalter üblich, am Ende des Lebens, zum Ausgleich der Sünden, eine wohltätige Stiftung zu hinterlassen. So kam es zu dieser Stiftung des Klosters Arendsee. » mehr

Kloster Kreveseas Kloster Crevese (heute Krevese)
 "Über die Zeit der Gründung dieses Klosters bestanden bisher nur Vermutungen, die meist auf sagenhaften Überlieferungen, den nicht immer zuverlässigen Aufzeichnungen älterer Chronisten beruhten. Nun ist es aber vor kurzem gelungen, im Archiv des Rittergutes Briest eine Anzahl von Urkunden aufzufinden, welche manche Auskunft über das Kloster Crevese in den ersten Jahrhunderten seines Bestehens geben und deren älteste aus dem Jahre 1200 stammend, Zeugnis davon ablegt ..." » mehr

Literaturquellen:
1) 25. Jahresbericht des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte und Industrie zu Salzwedel. Magdeburg, 1898. "Die altmärkischen Frauenklöster auf dem Lande."
Vom Geheimen Archivrath v. Mülverstedt in Magdeburg.
2) 37. Jahresbericht des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte zu Salzwedel. Magdeburg. 1910. "Das Klosteramt Diesdorf nach der Säkularisation 1551."
Ein Vortrag von G. Liebe.

Kloster Arendsee

 

     Sie sollten sich nichts
     rauben lassen, was
     Ihren Glauben und Halt
     im Leben stärken kann.

     Bleiben Sie dabei!

     Jeder, der an einen Sinn
     im Leben und an die hohe
     Bestimmung des Menschen
     glaubt, ist im heutigen Chaos
     wertvoll, einerlei zu welcher
     Konfession er gehört und
     an welche Zeichen er glaubt.
     Herrmann Hesse (1877-1962)

 

    Kloster Diesdorf
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